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Konzeption Krippe 1-2-3 Horst, Garbsen

Das Selbstverständnis der Erzieherin

Jede einzelne Mitarbeiterin prägt mit ihrer Herkunft, mit ihren Persönlichkeitsmerkmalen und ihren Kompetenzen das Entwicklungsklima im Krippenalltag. Die Unterschiedlichkeit unserer Persönlichkeiten, z.B. verschiedene Herkunftsländer, Temperamente, Altersstrukturen, usw. bietet eine Bereicherung im Miteinander. Notwendig ist es, sich mit sich auseinanderzusetzen und seine eigenen Stärken und Schwächen zu kennen.
Wir verstehen uns als Lernende und Lehrende zugleich. Der Besuch von Fort- und Weiterbildungen und das Lesen von Fachliteratur sind ein Bestandteil unserer Arbeit. Den Kindern Vorbild sein, bedeutet auch eigene Bedürfnisse zu kennen und ggf. zurückzustellen, belastbar zu sein und Verlässlichkeit in jeglicher Hinsicht zu zeigen. Durch Offenheit und einen reflektierten Umgang miteinander, sind wir in der Lage unser pädagogisches Handeln auszubauen. Wir nutzen die Möglichkeit der konstruktiven Auseinandersetzung in Dienstbesprechungen.
Wir verstehen uns als Bündnispartnerinnen und Entwicklungsbegleiterinnen der Kinder. Wir nehmen feinfühlig die Bedürfnisse des Kindes wahr und reagieren situationsbedingt darauf. Bündnispartnerin heißt, zeitnah und angemessen zu reagieren. Unser Verständnis ist, dass jedes Kind individuell ist und wir es mit seinen Stärken und Schwächen ernst nehmen. Mit Zeit, Ruhe und Ausgeglichenheit möchten wir den Kindern im Alltag Impulse setzen und Selbstbildungsprozesse initiieren.
Unsere positive Lebenseinstellung führt dazu, dass wir mit Freude und hohem Verantwortungsbewusstsein weitestgehend vorurteilsfrei, sowie offen auf die Kinder und ihre Familien zugehen können. Dadurch kann sich ein vertrauensvolles Miteinander entwickeln.

„Alles, was uns begegnet, lässt Spuren zurück,
alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei.“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Eingewöhnung

Die Zeit der Eingewöhnung ist eine sensible Phase für alle Beteiligten – das Kind, die Eltern und die Erzieherinnen. Diese Phase dauert in etwa 6 Wochen und wird durch das individuelle Tempo des Kindes bestimmt.
Bevor das Kind zu uns in die Einrichtung kommt, laden wir die Eltern zu einem ersten Gespräch und einem gegenseitigem Kennenlernen zu uns in die Krippe ein. In dem Erstgespräch werden Informationen ausgetauscht und über die Phasen der Eingewöhnung gesprochen. Die Eingewöhnung des Kindes in die Krippe braucht viel Zeit mit einem Elternteil, damit sich das Kind ohne Zeitdruck entspannt auf die neue Bezugsperson und die Gruppe einlassen kann.
Die Eingewöhnungszeit beginnt mit einem sanften Einstieg. Die Mutter oder der Vater, begleitet das Kind und ist als „sicherer Hafen“ jederzeit für das Kind verfügbar. Das Kind kann das Gruppengeschehen beobachten, kann die einzelnen Kinder und Betreuerinnen kennen lernen, die Atmosphäre spüren und die vielen weiteren Eindrücke wahrnehmen. Die Bezugserzieherin nimmt schrittweise, behutsam Kontakt zur Mutter/ zum Vater und dem Kind auf, es dient dem Beziehungsaufbau. Die Zeit, die das Kind mit seiner begleitenden Bindungsperson in der Krippe verbringt, wird schrittweise gesteigert. In dieser Phase hat die Mutter/der Vater die Möglichkeit die Erzieherinnen intensiver kennenzulernen und den Tagesablauf aktiv mitzuerleben.
Unterstützend für das Kind ist es, wenn es in dieser Zeit möglichst von derselben Bindungsperson (Mutter/Vater) begleitet wird. Es ist für eine sanfte Eingewöhnung wichtig, dass das Kind täglich die Krippe besucht.
Um die Eingewöhnungszeit zu erleichtern, empfehlen wir dem Kind etwas Vertrautes von zuhause mitzugeben z.B. Kuscheltier, Nuckel, Tuch etc. .

Die Eingewöhnungszeit besteht aus drei Phasen:
Phase 1: Die Aufbauphase (Beobachtungsphase) sie dauert etwa 3-5 Tage.
In dieser Phase kann sich eine Vertrauensebene der Erwachsenen aufbauen. Die Mutter oder der Vater befinden sich gemeinsam mit dem Kind, in einer vorher abgestimmten Zeit, im Gruppengeschehen. Das Kind kann gemeinsam mit seiner Mutter/ Vater das Spiel der anderen Kinder beobachten und entscheidet von sich aus, ob und wann es sich von seinem Elternteil lösen möchte.
Es kann fühlen: „Ich bin nicht allein!“. Die verlässliche Bindungsperson ist immer für das Kind da, nur so kann es sich auf Neues einlassen. Mit sichtbarer Nähe zu seinem begleitenden Elternteil kann es entsprechend seinem Tempo forschend erste neue Dinge in seiner Umgebung entdecken.

Phase 2: Die Stabilitätsphase (Mitmachphase) sie dauert etwa 5 Wochen.
In dieser Phase entwickelt sich eine Annäherung des Kindes an die Bezugserzieherin. Das Kind lernt den Tagesablauf kennen und nimmt an den gemeinsamen Mahlzeiten mit der Mutter/ dem Vater teil. Nach und nach wird das Essen und das Wickeln von der Bezugserzieherin übernommen, die Eltern ziehen sich immer mehr aus dem Tagesgeschehen zurück. Die Trennungsversuche werden, je nach Reaktion des Kindes, nach und nach zeitlich gesteigert. Diese Phase ist erst dann beendet, wenn das Kind Vertrauen zu der Bezugserzieherin entwickeln konnte.
Phase 3: Ablösephase (Rollentauschphase) sie dauert etwa 1 – 2 Tage.
Nur Kinder die sich sicher bei einer Bezugserzieherin fühlen, können entspannt und fröhlich ihrem Neugier- und Entdeckerdrang nachgehen. Das Kind kann sich mit seinen unterschiedlichen Gefühlen und Bedürfnissen von sich aus an die Erzieherin wenden.
Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn das Kind die Bezugserzieherin als sichere Basis akzeptiert.
Im Allgemeinen werden nach der Eingewöhnungszeit, die anderen pädagogischen Fachkräfte in der Krippe immer mehr von dem Kind angenommen und in die verschiedenen Situationen mit einbezogen. Auch diese können für das Kind  Ansprechpartnerin werden.
Die Eingewöhnungszeit ist prägend für den weiteren Lebensweg des Menschen. Jeder weitere Übergang wie z.B. in den Kindergarten, in die Schule, die Arbeitswelt etc. wird  ähnlich wie der erste Übergang von dem Elternhaus in die Krippe verlaufen. Daher ist der Eingewöhnung eine außergewöhnliche hohe Bedeutung beizumessen und uns wichtig, dass die Eingewöhnung mit der nötigen Ruhe und Zeit, weitestgehend spannungsfrei gelingt.

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16 Grundbedürfnisse2

Pädagogischer Ansatz

Diese Grundbedürfnisse müssen beim Kind weitestgehend befriedigt werden, damit es eine emotional-sozial positive Entwicklung erleben kann:

Beispiele:
Zeit erfahren: Wir geben den Kindern die Möglichkeit sich und die Welt um sich herum wahrzunehmen. Das bedeutet, dass es in seinem intensiven Spiel, z.B  mit Tüchern, nicht gestört wird.

Bewegung erleben: Wir bieten den Kindern viele Möglichkeiten der Bewegung an. Durch aktive Bewegung, können die Kinder Stress abbauen und sich motorisch, emotional und gedanklich ausdrücken. Z.B. durch laufen, hüpfen, klettern, rutschen im Innen- sowie  Außenbereich.

Sicherheit spüren: Rituale, Regeln und Verlässlichkeit geben den Kindern die nötige Sicherheit, die für ihre  Entwicklung Voraussetzung ist. Z.B. durch vertraute wiederkehrende Tischsprüche, Lieder zum Einschlafen, der strukturierte Tagesablauf und uns Mitarbeiterinnen selbst