Konzeption Krippe 1-2-3 Osterwald, Garbsen

Das Selbstverständnis der Erzieherin

Jede einzelne Mitarbeiterin prägt mit ihrer Herkunft, mit ihren Persönlichkeitsmerkmalen und ihren Kompetenzen das Entwicklungsklima im Krippenalltag. Die Unterschiedlichkeit unserer Persönlichkeiten, z. B. verschiedene Herkunftsländer, Temperamente, Altersstrukturen, usw. bietet eine Bereicherung im Miteinander.
Notwendig ist es, sich mit sich auseinanderzusetzen und seine eigenen Stärken und Schwächen zu kennen.
Wir verstehen uns als Lernende und Lehrende zugleich. Der Besuch von Fort- und Weiterbildungen und das Lesen von Fachliteratur sind ein Bestandteil unserer Arbeit. Den Kindern Vorbild sein, bedeutet auch eigene Bedürfnisse zu kennen und ggf. zurückzustellen, belastbar zu sein und Verlässlichkeit in jeglicher Hinsicht zu zeigen.  Durch Offenheit und einen reflektierten Umgang miteinander, sind wir in der Lage unser pädagogisches Handeln auszubauen. Wir nutzen die Möglichkeit der konstruktiven Auseinandersetzung in Dienstbesprechungen.
Wir verstehen uns als Bündnispartnerinnen und Entwicklungsbegleiterinnen der Kinder. Wir nehmen feinfühlig die Bedürfnisse des Kindes wahr und reagieren darauf.
Bündnispartnerin heißt, zeitnah und angemessen zu reagieren. Unser Verständnis ist, dass jedes Kind individuell ist und wir es mit seinen Stärken und Schwächen ernst nehmen.
Mit Zeit, Ruhe und Ausgeglichenheit begleiten wir die Kinder im Alltag, setzen Impulse und initiieren Selbstbildungsprozesse.
Unsere positive Lebenseinstellung führt dazu, dass wir mit Freude und hohem Verantwortungsbewusstsein weitestgehend vorurteilsfrei sowie offen auf die Kinder und ihre Familien zugehen können. Dadurch kann sich ein vertrauensvolles Miteinander entwickeln.

„Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“
(Galileo Galilei)

Eingewöhnung

Die Eltern werden von den pädagogischen Fachkräften vor dem Eintritt des Kindes in die Krippe zu einem Erstgespräch eingeladen. Mit Zeit und in ruhiger Atmosphäre findet ein gegenseitiges Kennenlernen statt. Informationen werden gegeben und Fragen können gestellt und beantwortet werden.
Für einen gelingenden Übergang von zu Hause in die Krippe brauchen die Kinder die Begleitung eines Elternteils für ca. 6 Wochen. Die Erfahrung zeigt, dass Kinder sich entspannter auf die neue Situation in der Krippe einlassen können, wenn Eltern mit Zeit, Ruhe und Verständnis ihr Kind auf diesem ersten Übergang begleiten. Voraussetzung dafür ist, dass das Kind täglich in die Krippe kommt und unterstützend kann sein, wenn das Kind etwas Vertrautes, wie z.B. ein Kuscheltier von zu Hause mitbringt.
Um den Kindern den Übergang von der Familie in unsere Krippeneinrichtung zu erleichtern, ist es von besonderer Bedeutung, gemeinsam mit den Eltern eine individuelle, auf das Kind zugeschnittene Eingewöhnungsphase zu gestalten. Eine natürliche und gesunde Reaktion des Kindes auf die neue Situation ist, dass es in dieser Phase traurig sein kann.
Die begleitete, entspannte Eingewöhnung mit den Eltern ermöglicht es dem Kind eher sich auf eine weitere, neue Bindungsbeziehung zu den Betreuerinnen einzulassen.
In der Eingewöhnungszeit haben die Eltern und das Kind die Möglichkeit:

  • sich mit sich und ihren Gefühlen (Angst, Wut, Trauer, Freude) wahrzunehmen und auszudrücken uns kennenzulernen
  • sich mit dem Tagesablauf vertraut zu machen
  • sich mit den Räumlichkeiten, Regeln, Spielsachen und Spielpartnern anzufreunden

Die Eingewöhnungszeit besteht aus drei Phasen:
Phase 1: Aufbauphase (sie dauert etwa 3-5 Tage)
In dieser Phase kann sich eine Vertrauensebene der Erwachsenen aufbauen. Mutter und / oder Vater befinden sich gemeinsam mit dem Kind in einer vorher abgestimmten Zeit mit der Erzieherin im Gruppengeschehen. Das Kind ist gemeinsam mit seinen Eltern und den anderen Kindern auf Augenhöhe, um die neue Umgebung beobachten zu können. Das Kind entscheidet von sich aus, ob und wann es sich von seinem Elternteil lösen möchte.
Es fühlt: „Ich bin nicht allein!“.
Die sichtbare Nähe zu seinem begleitenden Elternteil gibt dem Kind die Sicherheit auf Neues sich einlassen zu können, wie z.B. den Spielraum zu entdecken.

Phase 2: Stabilitätsphase (sie dauert ca. 6 Wochen)
In dieser Phase nähert sich das Kind der Bezugserzieherin an. Das Kind lernt den Tagesablauf kennen und nimmt an den gemeinsamen Mahlzeiten teil. Nach und nach wird Essen und Wickeln von der Betreuerin übernommen, die Eltern ziehen sich immer mehr aus dem Tagesgeschehen zurück. Diese Phase ist erst beendet, wenn das Kind Vertrauen zu einer Erzieherin entwickeln konnte und sich z.B. von der Erzieherin trösten lassen mag. Das Kind spürt das Vertrauen zur zukünftigen Betreuerin. Hilfe in misslichen Lagen werden angeboten und können vom Kind angenommen werden.

Phase 3: Ablösephase (sie dauert etwa 1 – 2 Tage)
Wenn ein, dass sich sicher bei einer Bezugserzieherin aufgehoben fühlt, sich mit seinen unter-schiedlichen Gefühlen und Bedürfnissen von sich aus an eine Erzieherin wendet und seinem Neugier- und Entdeckerdrang nachgeht, sind das Merkmale der Ablösephase.
Die Eingewöhnung des Kindes ist dann abgeschlossen, wenn das Kind die Bezugserzieherin als sichere Basis akzeptiert.

Beispiele
Ruhe erleben:
Wir geben den Kindern die Möglichkeit sich nach ihren Bedürfnissen auszuruhen. Das bedeutet, dass sie zusätzlich zur Schlaf- und Ruhephase Rückzugsorte wie Körbchen, Kuschelecke usw. nutzen können.
Neugierde erleben:
Kinder sind von Geburt an neugierig. In unzähligen Alltagssituationen, wie z.B. das selbstständige Tischdecken, am anderen Ort einschlafen, neue Spielmaterialien erproben können die Kinder neue Erfahrungen machen. Erfahrungen machen klug
Respekt erleben:
Wir nehmen alle Kinder und ihre Bedürfnisse ernst, z.B. fragen wir die Kinder, von wem sie gewi-ckelt werden möchten und akzeptieren den jeweiligen Wunsch.
Entwicklung geschieht durch positiv erlebte Bindung! (A. Krenz)
Für eine seelisch gesunde Entwicklung braucht das Kind mindestens eine feinfühlige verlässliche Bindungsperson, die die Bedürfnisse des Kindes wahrnimmt, prompt und angemessen reagiert, damit sich das Kind zu einer starken Persönlichkeit entwickeln kann.
In der Eingewöhnungszeit nehmen wir bewusst achtsam und feinfühlig Kontakt zu dem Kind auf indem wir das Kind wahrnehmen, mit Abstand zu dem Kind Blickkontakt aufnehmen und leise ansprechen. Die Reaktion des Kindes zeigt uns, wann wir welche weiteren Beziehungserlebnisse initiieren können.
Die Vorlieben des Kindes, die wir im Erstgespräch mit den Eltern erfahren haben, nehmen wir zum Spielanlass. Erste Spiele z.B. mit dem Ball zeigen dem Kind, dass die zukünftige Bezugsperson Interesse an dem Kind hat.
Zuhören können, Erfahrungen sammeln, Erlebnisse teilen, Hilfestellung geben, können eine Nähe vom Kind zum Erwachsenen entstehen lassen. Bindung kann sich aufbauen.
Eine sichere Bindung ist ein wesentlicher Schutzfaktor gegen seelische Irritationen des Menschen ein Leben lang.

Pädagogischer Ansatz
Diese Grundbedürfnisse
müssen beim Kind weitestgehend
befriedigt werden, damit es eine
emotional-sozial positive Entwicklung
 erleben kann:

16 Grundbedürfnisse2
 
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Kontakt

Paritätischer Verein für Jugendwohlfahrt Garbsen e.V.
Calenberger Straße 25
30823 Garbsen

Telefon: 05137 74 88 3
Telefax:  05137 12 63 09
E-Mail:   vereinsbuero@pari-garbsen.de
Web:      www.kindergarten-garbsen.de

Karin Kummer-Trull, 1. Vorsitzende
E-Mail:   karinkummertrull@googlemail.com
Tel.:        0049 171 630 72 65

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